Episode 15: Personalplanung am Wirtschaftshof und überhaupt
In den nächsten Monaten werden am Wirtschaftshof mehrere Kollegen (gendern in diesem Fall nicht notwendig) in Pension gehen. Im Hinblick auf die kommende kalte Zeit habe ich von einigen Seiten schon gehört, dass das problematisch wird. Allgemeine Unterbesetzung, Bereitschaftsdienste, Vertretungen, mögliche Krankenstände - das wird spätestens dann unangenehm, wenn es eine ganze Nacht durchgehend schneit.
Es ist offensichtlich: da muss etwas getan werden, aber Pensionierungen sind zum einen eine sehr natürliche Sache und zum anderen die einzig wirklich planbare Form der Fluktuation in einer Organisation.
Bei jeder dieser Stellen steht dieselbe Frage im Raum: Muss sie so nachbesetzt werden, wie sie war? Erster Impuls der SPÖ: ja!
Ich frage mich: Lässt sich die Aufgabe anders aufteilen? Gibt es daneben eine Stelle, die das Gleiche zur Hälfte ohnehin mitmacht? Kann man Winterbereitschaften eventuell kostengünstiger an externe Firmen auslagern, sodass Vösendorfer Mitarbeiter nicht um 4 Uhr früh wach sein müssen (und dafür auch bezahlt werden)? Braucht es jede Abteilung, wie eine Tischlerei, wirklich?
Dass wir in Vösendorf sparen müssen, ist bekannt und ich habe es hier oft genug durchgerechnet. Aber genau hier, an einer frei werdenden Stelle, entscheidet sich das ganz konkret.
150 Beschäftigte, kein Organigramm
Als Personalberater verdiene ich mein Geld mitunter damit, Organisationen zu durchleuchten. Wer macht was, wo doppelt sich Arbeit, welche Stelle braucht es wirklich. Wenn mir ein Unternehmen mit 150 Beschäftigten erklärt, es habe kein Organigramm, dann ist das - sagen wir mal - untypisch. Also seltsam. Also eher so.. WTF? Echt jetzt?
Vösendorf hat rund 150 Beschäftigte. Und kein Organigramm.
Kurz erklärt: Wozu das überhaupt gut ist
Ein Organigramm ist kein Schaubild fürs Büro. Es ist die Voraussetzung dafür, die Fragen von oben überhaupt beantworten zu können - und zwar vorher. Nicht in der Woche, in der die Pensionierung ansteht.
Das ist auch der Grund, warum mich der Vorwurf, wir NEOS wollten Leute abbauen, nicht trifft. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Die natürliche Fluktuation ist der einzige schmerzfreie Weg, Personalkosten zu senken. Niemand muss gehen, der bleiben will. Aber dieser Weg funktioniert nur mit Vorlauf. Ohne Plan wird jede frei werdende Stelle reflexartig eins zu eins nachbesetzt, weil in der Hektik niemand etwas anderes verantworten will. Jede so verstreichende Pensionierung ist eine Sparchance, die wir uns selbst wegnehmen. Und die kommt nicht wieder.
Das häufigste Gegenargument lautet: Wir wissen doch, wer was macht. Schon. Nur steht es in Köpfen und nicht auf Papier. Damit hängt die Gemeinde an Personen statt an Strukturen und das rächt sich spätestens dann, wenn eine dieser Personen ausfällt.
Für rund 150 Beschäftigte ist so ein Überblick eine Sache von Wochen, nicht von Jahren. Wir fordern das Personal- und Strukturkonzept noch heuer auf dem Tisch: mit konkreten Zahlen, konkreten Maßnahmen und einem verbindlichen Zeitplan. Alles andere ist Ankündigungspolitik und die kann sich Vösendorf am allerwenigsten leisten. Steht ja auch im Koalitionspapier, oder?
Der erste NEOSletter ist da
In den nächsten Tagen erscheint unser erster NEOSletter für Vösendorf. Acht Seiten Zwischenstand nach fast einem Jahr Gemeinderat: was wir erreicht haben, woran wir arbeiten, was wir von der Regierung einfordern. Er landet in den nächsten Tagen in deinem Briefkasten, und wer nicht warten will, findet ihn ab sofort hier zum Download.
Verkehr, Bildung und Gemeindebauten haben wir uns dort ebenso vorgenommen - vom Nadelöhr Ortsstraße/Triester Straße über die Frage, wo über 670 neue Wohnungen ihre Schulplätze herbekommen, bis zu den Gebäuden, die wir sanieren sollten und derzeit nicht können. Außerdem berichten Thomas Frank und Wolfgang Silhan über ihre Aufgaben bei NEOS Vösendorf und ihre Eindrücke vom Zusammenarbeiten der Fraktionen. Das alles hier nachzuerzählen wäre schade ums Heft. Lies es selbst.
Und was war sonst so los, seit es hier still war?
Einiges. Nur halt dort, wo man es von außen nicht sieht.
Das e5-Gemeindeteam hat zu Klimaschutz und Energiepolitik getagt - Hinweis: von 16. bis 22. September findet die Europäische Mobilitätswoche statt. Der Arbeitskreis Parkraumbewirtschaftung hat weitergearbeitet. Die Taskforce zur Aufarbeitung von Angelegenheiten aus früheren Legislaturperioden ebenso. Der Prüfungsausschuss hat getagt, dazu kam eine Kassenprüfung. Es gab eine Besprechung zur BMX-Bahn, es gab viel zum ASV Vösendorf und es gab zahlreiche fraktionsübergreifende Treffen ganz ohne große Agenda. Die ersten Ausschüsse haben im September auch schon stattgefunden.
Zum Prüfungsausschuss schreibe ich hier weiterhin nichts Inhaltliches. Das habe ich in Episode 2 so angekündigt und dabei bleibt es. Was ich sagen kann: Er tagt öfter, als das Gesetz verlangt.
Am 24. September wird's wieder öffentlich
Die nächste Gemeinderatssitzung findet am Donnerstag, 24. September, um 18:00 Uhr im Sitzungssaal im Schloss Vösendorf statt.
Die Tagesordnung bekomme ich eine Woche vorher, dann gibt es sie wie gewohnt hier. Wenn du dabei sein willst: Komm vorbei, im Saal ist Platz genug, und mir ist jedes Gespräch davor oder danach lieber als jede Wortmeldung im Protokoll.
Bis dahin: viel Freude beim Lesen.