Episode 11: War da nicht noch ein Blog?
Die letzte Ausgabe von Was geht mich das an? ist zu Silvester erschienen. Wenn du dir also gedacht hast: „Ganz schön ruhig geworden hier!”, dann hast du nicht ganz unrecht.
Der Grund ist allerdings nicht, dass in der Gemeinde nichts passiert wäre oder dass mein politisches Interesse abgestumpft ist. Ganz im Gegenteil. Hinter den Kulissen war in den letzten Wochen ziemlich viel los: Mehrere Fachausschüsse haben getagt. Im Prüfungsausschuss stand wegen des Wechsels des Kassenverwalters (vulgo Leitung Finanzabteilung) eine angesagte Kassenprüfung inklusive inhaltlicher Sitzung an. Dazu kamen zahlreiche Abstimmungen zwischen den Fraktionen, Treffen der Arbeitsgruppe zum Ortskonzept, Sitzungen des e5-Gemeindeteams, dem ich ebenfalls angehöre und wirklich gute Diskussionen in der Arbeitsgruppe zur Parkraumbewirtschaftung. Eine nicht ganz unumstrittene Gemeindeaussendung zu letzterem Thema findest du ab heute in deinem Briefkasten - aber dazu ein anderes Mal mehr.
Dann gibt’s da noch den ASV Vösendorf, dessen finanzielle Situation dem Gemeinderat große Sorgen bereitet und wo bald etwas platzen dürfte.
Und zwischendurch gab es gefühlt täglich Telefonate und Treffen mit den anderen Fraktionsführern (ein schreckliches Wort!), weil es wirklich augenscheinlich in der Koalition nicht ganz so rund läuft, wie man das nach nur wenigen Monaten gemeinsamer Zusammenarbeit eigentlich erwartet hätte.
Kurz gesagt: Ein großer Teil der Gemeindearbeit passiert genau dort, wo man sie von außen nicht sofort sieht - in Sitzungen, Arbeitsgruppen und vielen Gesprächen.
Genau deshalb war es hier im Blog zuletzt etwas stiller. Denn all diese Dinge zu begleiten, aufzubereiten und verständlich nach außen zu erklären braucht Zeit. Zeit, die neben Beruf und Familie manchmal einfach knapp ist.
Aber: Ganz verschwunden ist Was geht mich das an? natürlich nicht. Deshalb gibt es heute wieder ein Update darüber, was sich in unserer Gemeinde zur Zeit tut und warum es dich auf jeden Fall etwas angeht.
Der Rechnungsabschluss 2025
Aktuell liegt in der Gemeinde der Entwurf des Rechnungsabschlusses 2025 zur öffentlichen Einsicht auf und mit in der Gemeinde ist auch wirklich in der Gemeinde gemeint. Also physisch. Im Buchhaltungszimmer 207. Während der Amtsstunden. Oh Österreich, du Digitalisierungsland.
Wer die Zeit hat, sich durch 383 ausgedruckte Seiten durchzuwälzen, kann sich also gern von Montag bis Freitag in der Zeit von 08:00 bis 12:00 und am Donnerstag zusätzlich von 13:00 bis 18:00 Uhr vor Ort vergnügen. Für den interessierten Teil der Bevölkerung, der zu diesen Stunden eher nicht verfügbar ist, habe ich einen Download eingerichtet. Service is my success!
Und was steht drin?
Wir hatten das ja schon letztes Jahr beim Budget und daher nur zur Erinnerung: Der Rechnungsabschluss ist so etwas wie die Jahresabrechnung der Gemeinde. Darin wird genau dargestellt, welche Einnahmen und Ausgaben es im vergangenen Jahr tatsächlich gegeben hat - also was wirklich umgesetzt wurde, im Vergleich zu dem, was ursprünglich im Budget geplant war: was haben wir eingenommen, was haben wir ausgegeben und wie schaut’s jetzt insgesamt aus.
Give us the numbers!
Der Entwurf des Rechnungsabschlusses zeigt auf den ersten Blick ein deutlich besseres Ergebnis als im Budget vorgesehen. Während im Voranschlag noch ein Minus von -512.700 € geplant war, liegt das Ergebnis der laufenden Gebarung nun bei +832.567 €. Das entspricht einer Verbesserung von rund 1,35 Mio. €.
Ein wesentlicher Grund dafür sind geringere Ausgaben als budgetiert, insbesondere beim Sach- und Personalaufwand.
Sounds good? Naja!
Diese geringeren Ausgaben sind nur zum Teil Ausdruck eines besonderen Sparwillens, sondern haben auch strukturelle Gründe. Zum einen hat über längere Zeit kein Gemeinderat getagt, der für größere Entscheidungen und Investitionen notwendig gewesen wäre. Zum anderen wurden mehrere Projekte schlicht ins Jahr 2026 verschoben, wodurch geplante Ausgaben 2025 nicht angefallen sind.
Dazu zählen zum Beispiel die Bezahlung des neuen Kindergartens im Projekt Südheide, der Ankauf eines Wechselladers für die Feuerwehr, Teile der Finanzierung für die Krabbelstube in der Badgasse oder das Projekt Kirchenplatz Neu. Auch im Kanal ist einiges zu tun. All das trifft uns also heuer.
Die Verschuldung konnte trotzdem leicht gesenkt werden, sowohl Kapital als auch Zinsen wurden zurückgezahlt. Das negative Haushaltspotenzial signalisiert jedoch eingeschränkte laufende Finanzkraft.
Und was machen wir jetzt damit?
Also ein Flascherl Prosecco brauchen wir uns nicht aufmachen, aber es hätte auch schlimmer kommen können. Der RA25 wird wohl nächste Woche im Gemeinderat beschlossen werden. Auf den Nachtragsvoranschlag 2026 bin ich genauso wie Isabella von der ÖVP gespannt.
Ich hoffe, der eingeschlagene Sparweg wird jetzt nicht torpediert - wo wir wieder bei den Unstimmigkeiten in der Koalition angekommen wären!
Was da los ist? Bleib dran. Ich werde berichten.