Episode 4: Tag der offenen Tür in der Volksschule Vösendorf – Ein Blick hinter die Kulissen unserer Zukunft
Der Tag der offenen Tür in der Volksschule Vösendorf war für mich gleich in zwei Rollen besonders: Direktorin Isabella Ramerseder hat mich als Bildungsgemeinderat eingeladen und natürlich habe ich mir auch als Papa einer Taferlklässlerin nicht entgehen lassen, sie in ihrem alltäglichen Umfeld zu sehen. Dank des sehr sinnvollen Sicherheitskonzepts - ohne Grund, Termin und offizielle Bestätigung haben Erwachsene zu keinem Zeitpunkt Zutritt zum Schulgebäude - bietet sich im Normalbetrieb keine Chance.
Gemeinsam mit Vize-Bgm. Peter Meisinger durfte ich einen umfassenden Einblick in das Gebäude, den Schulbetrieb und die pädagogischen Schwerpunkte gewinnen. Und so viel gleich vorweg: Es gibt viel, worauf wir stolz sein können - und einiges, bei dem wir dringend nachschärfen müssen.
Starkes Engagement im Schulalltag
Was mich am meisten beeindruckt hat, ist das enorme Engagement, das im Haus spürbar ist. Lehrkörper, Betreuungspersonal und Elternverein ziehen sichtbar an einem Strang. Sie holen für die Kinder ein Vielfaches von dem heraus, was eigentlich möglich wäre - oft durch Eigeninitiative und mit viel Herzblut. Das ist ein Schatz, den man nicht hoch genug bewerten kann.
Finanzen: Wenn Idealismus allein nicht reicht
Bei aller Begeisterung bleibt ein Wermutstropfen: Die notwendigen Investitionen, die in den kommenden Jahren anstehen, übersteigen das aktuelle Gemeindebudget deutlich. Wir sprechen von großen Projekten (ein notwendiger Zubau), mittelgroßen Herausforderungen (z.B. die in die Jahre gekommene EDV-Ausstattung oder die Neugestaltung der ehemaligen Garderobe zu einem Klassenraum) sowie kleinen Anschaffungen, wie dem Austausch der Händetrockner in den Sanitärbereichen, die ich in Modell und Farbe noch aus meinem eigenen Schulalltag aus den 90ern kenne. Zweifelsfrei: Manche Dinge sind wichtiger, andere zu vernachlässigen, aber es ist klar: Ohne private Unterstützerinnen und Unterstützer sowie den Elternverein wären wir bei den verfügbaren Mitteln weit abgeschlagen. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Realität, der wir uns stellen müssen. Schulen dürfen nicht davon abhängen, ob sich zufällig Spender finden.
Raumkonzept: Was tun, wenn 260 Kinder bald 400 sind?
Besonders kritisch ist die räumliche Situation. Für die heute rund 260 Kinder (derzeit gibt es drei Klassen pro Jahrgang) gibt es noch ein funktionierendes Modell - aber wie sieht es aus, wenn in wenigen Jahren durch den Zuzug 360 bis 400 Schülerinnen und Schüler die Volksschule besuchen? Zudem erfreut sich das Ganztagsmodell mit verschränkter Form - Unterrichtsstunden, Lern- und Freizeitstunden werden tagsüber aufgeteilt und erfordern daher zwei nebeneinander liegende Räume - wachsender Beliebtheit.
Ein belastbares Raumkonzept scheint derzeit nicht vorzuliegen. Zumindest wusste niemand, mit dem ich gesprochen habe, etwas davon. Das ist in Anbetracht der wechselnden Zuständigkeiten zwar nachzuvollziehen, aber nicht ideal: Eine wachsende Gemeinde braucht klare Pläne, bevor es eng wird - nicht erst danach.
Was ist nun zu tun?
Damit wir nicht Jahr für Jahr überrascht reagieren, braucht es aus meiner Sicht drei konkrete Schritte:
Ein verbindliches Raum- und Ausbaukonzept bis Mitte 2026, das Unterricht, Nachmittagsbetreuung und Freizeitflächen berücksichtigt.
Eine transparente Priorisierung im Budget 2026, bei der Investitionen in die Volksschule klar ausgewiesen und nachvollziehbar begründet werden.
Eine Beteiligung der Schulgemeinschaft, damit jene Menschen gehört werden, die tagtäglich mit wenig Platz und viel Engagement arbeiten.
Meine Bitte ans Christkind (und an den Gemeinderat)
Passend dazu haben wir als Gemeinderat gestern den Vösendorfer Schlossadvent eröffnet, der besonders bei den Kindern beliebt ist. Wie auch Markus Kerschbaum von der ÖVP schon festgehalten hat: schön ist, dass Vertreter:innen aus allen Fraktionen anwesend waren und die Stimmung untereinander wirklich sehr gut war. Das zeigt Geschlossenheit und erlaubt uns Zuversicht für eine gute Zusammenarbeit in Zukunft.
Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich schon in Kürze:
Für den Voranschlag 2026 (vulgo Budget), der übermorgen Dienstag aufgelegt wird und im Dezember im Gemeinderat beschlossen wird, wünsche ich mir, dass wir den Rotstift gerade bei unseren Jüngsten nicht zu knapp ansetzen. Der Prüfungsausschuss wird das Thema ebenfalls noch behandeln - und ich werde mich dafür einsetzen, dass Bildung den Stellenwert erhält, den sie verdient.